Wir Sozialdemokraten haben den Anspruch, das Leben aller Menschen im Landkreis durch ehrliche politische Arbeit tagtäglich besser zu machen und niemanden in schwierigen Lebenslagen alleine zu lassen. Besonders im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen die hart arbeitenden Menschen im Landkreis sowie deren Familien und Angehörige.
Gemeinsam schaffen wir Dinge, die andere Landkreise nicht schaffen. Als einziger Landkreis Bayerns betreiben wir Altenheime in eigener Hand, haben den Wohnungsbau in Landkreishand etabliert und gehen in der Wirtschaftsförderung neue Wege – zum Beispiel mit der Chiemgau GmbH. Die Gesundheitsversorgung haben wir durch eine frühzeitige und vorausschauende Trägerschaft in Landkreishand organisiert und nicht profitorientiert ausgerichtet.
Der Landkreis Traunstein ist eine der schönsten und attraktivsten Regionen der Welt. Das liegt an der unvergleichlichen Natur, die es zu schützen gilt, und an den guten Rahmenbedingungen, die durch den Fleiß der Menschen hier geschaffen wurden. Viele politische Weichen in den Städten, Gemeinden und auf Landkreisebene wurden richtig gestellt. Als SPD haben wir diese Entwicklung in den letzten Jahren vorangetrieben und entscheidend mitgeprägt.
Unser Ziel ist es, dass jedes Kind in unserem Landkreis die Aussicht auf ein wunderbares Leben bekommt und die Lebensleistung der älteren Generation anerkannt wird. Mit dem Programm „Chiemgau 2040 – Für einen starken und sozialen Landkreis Traunstein“ wollen wir konkrete Verbesserungsvorschläge machen, um das Leben hier zu verbessern und den Landkreis als starken Partner für die Menschen weiterzuentwickeln.
Der Landkreis Traunstein ist wirtschaftlich stark und zugleich vielfältig aufgestellt. Handwerk, Industrie, Dienstleistung, Tourismus, Verwaltung und Landwirtschaft tragen gemeinsam zu einer stabilen regionalen Wirtschaft bei. Fleißige und gut ausgebildete Beschäftigte bilden das Rückgrat unserer Betriebe. Innovative Unternehmerinnen und Unternehmer sichern Wohlstand und Lebensqualität – und halten unsere Heimat auch in Krisenzeiten robust und zukunftsfähig.
Leitsatz: „Damit unser Landkreis eine gute Heimat für alle sein kann, muss er auch eine gute Heimat für die Betriebe sein.”
Politik muss die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, damit gute und sichere Arbeitsplätze in der Region bleiben. Dazu braucht es verlässliche Unterstützung für Betriebe, die investieren, ausbilden und sich weiterentwickeln wollen. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten stehen für eine Wirtschaftspolitik, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen im Blick hat – weil wirtschaftliche Stärke und soziale Verantwortung zusammengehören.
Dazu setzen wir auf einen engen Dialog mit Handwerk, Industrie, Landwirtschaft, Tourismus und Dienstleistungssektor. Unser Ziel ist ein starkes, vernetztes Wirtschaftsgefüge, in dem regionale Wertschöpfung und faire Arbeitsbedingungen Hand in Hand gehen.
Auch der Landkreis selbst trägt Verantwortung: Als Arbeitgeber – etwa in den eigenen Gesellschaften und Einrichtungen – muss er mit gutem Beispiel vorangehen. Dazu gehören faire Bezahlung nach Tarif, sichere Arbeitsbedingungen und echte Mitbestimmung. Ebenso fordern wir Tariftreue bei öffentlichen Aufträgen.
Dafür setzen wir uns ein:
Arbeitsplätze sichern durch nachhaltige Entwicklung regionaler Betriebe
Ansiedlung neuer Technologien und Förderung innovativer Branchen
Aufbau eines Wirtschaftsnetzwerks von Betrieben, Arbeitnehmervertretungen und Politik
Der Landkreis als vorbildlicher Arbeitgeber mit fairen Bedingungen und Tarifbindung
Tariftreue bei öffentlichen Aufträgen als verbindliches Prinzip
Eine sichere, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung ist das Rückgrat einer starken Wirtschaft und eines lebenswerten Landkreises. Bürgerinnen und Bürger, Handwerk, Industrie und Landwirtschaft brauchen stabile Netze, verlässliche Preise und eine Infrastruktur, die Zukunft möglich macht. Der Landkreis Traunstein darf hier nicht Zuschauer sein, sondern muss selbst gestalten – mit klaren Zielen, regionaler Wertschöpfung und Beteiligung der Menschen vor Ort.
Leitsatz: „Aus der Region. Für die Region. Unabhängig, sicher, bezahlbar.”
Der Umbau unserer Energieversorgung ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit – er ist eine historische Chance. Wenn wir jetzt richtig handeln, schaffen wir neue Wertschöpfung, sichere Arbeitsplätze und echte Versorgungssicherheit. Als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen wir eine Energiepolitik, die Klimaschutz, Unabhängigkeit und soziale Gerechtigkeit verbindet.
Wir setzen auf Energie in Bürgerhand. Windkraft, Photovoltaik und Speicher sollen dort entstehen, wo Menschen und Kommunen mitgestalten und mitverdienen können – nicht internationale Konzerne oder antidemokratische Staaten. Gewinne aus der Energieerzeugung müssen in der Region bleiben, damit sie Kitas, Schulen und Vereine stärken. Projekte wie Windkraftanlagen im Landkreis sollen durch den Landkreis, die Chiemgau GmbH und Chiemgau Invest gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt werden – im besten Fall als Genossenschaften.
Ebenso entscheidend: die Energienetze. Ohne Ausbau und kommunale Steuerung kann die Energiewende nicht gelingen. Wir wollen die Kommunalisierung der Netze, wo immer es möglich ist, und einen gezielten Ausbau, der lokale Erzeugung und Nutzung zusammenführt. Betriebe sollen direkt von regional erzeugtem Strom profitieren können.
Ein weiterer Schlüssel liegt in der Wärmeversorgung. Steigende CO₂-Preise treffen Haushalte hart – besonders dort, wo Öl und Gas dominieren. Der Landkreis muss hier aktiv unterstützen: mit Beratung, gemeinsamer Planung und Förderung kommunaler Nahwärmenetze. Bezahlbare Energie ist eine soziale Frage – und die darf kein Markt alleine entscheiden.
Dafür setzen wir uns ein:
Energie sichern – heimische Arbeitsplätze in Industrie und Mittelstand erhalten
Erneuerbare Energien regional ausbauen – Gewinne im Landkreis halten
Energienetze ausbauen und, wo möglich, kommunalisieren
Energiepotenziale auf Landkreis-Gebäuden nutzen – z. B. PV auf Kliniken und Schulen
Kommunen bei der Wärmewende organisatorisch und fachlich unterstützen
Kommunale Energiespeicher für eine bedarfsgerechte Nutzung von Überschüssen
Genehmigungen für Energiegenossenschaften erleichtern und Kommunen beteiligen
Bezahlbares Wohnen ist eine der größten sozialen Fragen unserer Zeit – auch im Landkreis Traunstein. In fast allen Gemeinden sind die Wohnkosten stark gestiegen. Für viele arbeitende Menschen, selbst in der Mittelschicht, wird Wohnen zum finanziellen Risiko. Wer hier arbeitet, soll auch hier leben können – ohne Angst vor Mietsteigerungen oder Verdrängung.
Leitsatz: „Wohnen ist kein Luxusgut, sondern ein Grundrecht – auch im Chiemgau.”
Die SPD im Landkreis Traunstein will, dass der Kreistag das Thema bezahlbares Wohnen endlich zur Chefsache macht. Es reicht nicht, auf Bund und Land zu verweisen – auch der Landkreis selbst kann und muss handeln. Wir wollen, dass vorhandene Programme gestärkt und neue Wege eingeschlagen werden, um Wohnraum wieder bezahlbar zu machen.
Dazu gehört vor allem der Aufbau eines wachsenden Bestands an dauerhaft preisgebundenen Wohnungen in öffentlicher, kommunaler und gemeinnütziger Hand. Der Landkreis soll selbst Träger werden – besonders für Auszubildende, Studierende, Beschäftigte im Gesundheitswesen und Menschen im betreuten Wohnen.
Ein zweiter zentraler Punkt ist die Einführung eines flächendeckenden Mietspiegels. Er schafft Transparenz, schützt Mieterinnen und Mieter vor überzogenen Mieterhöhungen und eröffnet Gemeinden Spielräume für eine aktive Bodenpolitik.
Damit Kommunen handlungsfähig bleiben, wollen wir ein Kompetenzzentrum Wohnen auf Landkreisebene einrichten. Dieses unterstützt Gemeinden bei Förderanträgen, Bauplanung und Bedarfsermittlung – besonders kleinere Kommunen, die den komplexen Wohnungsmarkt allein kaum bewältigen können.
Auch Betriebe müssen Teil der Lösung sein: Wer Fachkräfte gewinnen will, braucht Wohnraum. Deshalb soll der Landkreis die Schaffung von Betriebs- und Werkswohnungen aktiv unterstützen.
Zudem stärken wir genossenschaftliches und gemeinschaftliches Bauen. Solche Projekte schaffen bezahlbaren Wohnraum für Einheimische, fördern Zusammenhalt und verhindern Spekulation. Gemeinwohlorientierte Initiativen sollen bei der Vergabe öffentlicher Flächen bevorzugt werden.
Dafür setzen wir uns ein:
Bezahlbares Wohnen für alle im Landkreis
Flächendeckender Mietspiegel zur Kontrolle von Mietpreisen
Ausbau geförderter, preisgebundener Wohnungen in öffentlicher und gemeinnütziger Hand
Förderung von Betriebs- und Werkswohnungen zur Fachkräftesicherung
Vorrang für Nachverdichtung und Nutzung bestehender Gebäude statt Flächenverbrauch
Aufbau eines Kompetenzzentrums zur kommunalen Wohnraumberatung
Unterstützung genossenschaftlicher und gemeinschaftlicher Bauprojekte
Aktive Bodenpolitik für Einheimische und gemeinwohlorientierte Projekte
Wir leben im Landkreis Traunstein in einer wirtschaftlich starken Region – und doch entscheidet noch immer zu oft der Geldbeutel der Eltern über die Bildungschancen eines Kindes. Jedes Kind im Landkreis – unabhängig von Herkunft, Einkommen oder familiärer Situation – soll die Aussicht auf ein gutes, selbstbestimmtes Leben haben.
Leitsatz: „Jedem Kind die Aussicht auf ein wunderbares Leben – den Landkreis Traunstein zum kinderfreundlichsten Landkreis Deutschlands machen.”
Bildung ist die stärkste Waffe gegen Ungleichheit. Darum setzen wir uns als SPD dafür ein, dass Bildung grundsätzlich kostenfrei ist – von der Kita bis zum Meister. Der Landkreis muss überall dort unterstützen, wo er Verantwortung tragen kann: bei der Ausstattung der Schulen, bei sozialer Unterstützung, bei Betreuung und Infrastruktur.
Eine gute Lernumgebung ist Voraussetzung für Chancengleichheit. Unsere Schulen müssen auf dem neuesten Stand sein – keine bröckelnden Wände, keine veralteten Geräte. Auch die technische Ausstattung darf nicht vom Zufall abhängen.
Die neue Berufsschule I stärkt das Handwerk, sichert Fachkräfte und zeigt, dass berufliche Bildung denselben Stellenwert wie akademische Bildung hat. Ebenso begrüßen wir den Aufbau des Campus Chiemgau – ein Projekt, das junge Menschen in die Region bringt, Chancen für Handwerk und Digitalwirtschaft eröffnet und neue Impulse für unsere Heimat setzt. Entscheidend ist dabei ausreichend studentischer Wohnraum, um den Wohnungsmarkt nicht zusätzlich zu belasten.
Familie und Beruf dürfen kein Widerspruch sein. Wir fordern den Ausbau von Ganztagsangeboten in allen Gemeinden, um Eltern zu entlasten und Kindern mehr Förderung zu ermöglichen. Auch Sozialarbeit an allen Schulen ist für uns Pflicht – damit niemand durchs Raster fällt.
Vereinsleben ist eine wichtige Ergänzung: Sport, Musik und Ehrenamt sind Lernorte fürs Leben.
Dafür setzen wir uns sein:
Den Landkreis Traunstein zum kinderfreundlichsten Landkreis Deutschlands machen
Kostenfreie Bildung von der Kita bis zum Meister
Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter an allen Schulen
Beste Ausstattung aller Schulen
Eltern stärken durch Ganztagsangebote und Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Fortführung Bau Berufsschule I und Campus Chiemgau
Der Landkreis Traunstein ist Heimat vieler junger Menschen. Ihre Jugend prägt Lebenswege – sie braucht Raum, Beteiligung und echte Chancen. Als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten glauben wir nicht an das Motto „Jeder ist seines Glückes Schmied“, sondern an die Verantwortung der Politik, faire Rahmenbedingungen zu schaffen.
Leitsatz: „Jungen Menschen zuhören, ihre Bedürfnisse ernst nehmen – und ihnen echte Mitbestimmung garantieren.”
Wir setzen uns für die Wiederbelebung des Jugendparlaments ein – mit eigenem Budget, regelmäßigen Sitzungen und Anhörungsrecht bei Kreistagsentscheidungen. Junge Menschen sollen mitreden, bevor über sie entschieden wird.
Mitbestimmung muss auch digital möglich sein: Eine digitale Beteiligungsplattform soll das Einbringen von Ideen und Feedback erleichtern.
Jugendpolitik braucht finanzielle Basis. Wir fordern einen landkreisweiten Jugendfonds, über den junge Menschen selbst mitentscheiden können – Jugendpolitik ist keine Ausgabe, sondern Investition in unsere Zukunft.
Kommunale Jugendarbeit (KoJA) und Jugendzentren sollen dauerhaft gesichert und gezielt gefördert werden. Betriebliche Ausbildung unterstützen wir durch eine digitale Ausbildungsplatzbörse. Kultur und Nachtleben junger Menschen werden anerkannt und gefördert. Mobilität ist Freiheit: Schulfahrten sollen auch über die 10. Klasse hinaus kostenfrei sein.
Dafür setzten wir uns ein:
Wiederbelebung des Jugendparlaments mit Budget und Mitspracherecht
Einrichtung eines Jugendfonds
Digitale Mitbestimmungsplattform
Landkreisweite Ausbildungsplatzbörse
Förderung von Club- und Nachtkultur
Fahrtkostenübernahme für Schüler*innen über die 10. Klasse hinaus
Das Soziale ist der Kern unserer sozialdemokratischen Identität. Wir stehen für eine Politik, die hinschaut, wo andere wegsehen – für eine Politik, die sich kümmert. Gerade in Zeiten, in denen der Blick für den Nächsten oft verloren geht, wollen wir im Landkreis Traunstein eine verlässliche Stimme für Zusammenhalt und Menschlichkeit sein. Unsere Aufgabe als SPD ist es, dafür zu sorgen, dass niemand vergessen wird – egal ob jung oder alt, krank oder gesund, mit oder ohne Handicap.
Leitsatz: „Niemanden vergessen – für ein soziales Miteinander aller Generationen.“
Der demografische Wandel verändert unseren Landkreis spürbar. Immer mehr Menschen werden älter, die Anforderungen an Pflege, Betreuung und medizinische Versorgung steigen. Für uns ist klar: Die Lebensleistung der älteren Generation verdient Respekt, Sicherheit und Wertschätzung. Niemand darf nach einem harten Arbeitsleben durchs Raster fallen oder Angst vor dem Altwerden haben müssen.
Ein gerechter Sozialstaat fängt Härten ab und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dazu gehören eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung, Pflege, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt, und Kliniken, die in öffentlicher Hand bleiben. Gesundheit darf keine Ware sein, sondern ist ein Grundrecht. Darum treten wir entschieden für den Erhalt der Krankenhausstandorte in Traunstein und Trostberg ein. Beide Häuser müssen so ausgestattet werden, dass alle wichtigen Stationen, insbesondere die Kinderklinik, dauerhaft gesichert bleiben.
Auch im Bereich der Pflege braucht es eine klare Handschrift. Wir wollen die Kreisaltenheime in Grabenstätt, Trostberg und Palling erhalten und deren Qualität weiterentwickeln. Pflegestützpunkte, Kurzzeitpflegeplätze und Quartiersmanagement sollen ausgebaut werden, damit Menschen dort alt werden können, wo sie zuhause sind. Pflege darf keine Belastung sein, sondern muss Sicherheit und Würde bieten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Inklusion. Menschen mit Handicap oder chronischer Erkrankung sollen selbstverständlich zur Mitte unserer Gesellschaft gehören – in Arbeit, Freizeit, Bildung und öffentlichem Leben. Teilhabe ist kein Geschenk, sondern ein Recht. Dafür wollen wir die Angebote im Landkreis weiter ausbauen und Barrieren abbauen – räumlich, bürokratisch und gesellschaftlich.
Dafür setzten wir uns ein:
Erhalt der öffentlichen Kliniken und Standorte in Traunstein und Trostberg
Sicherstellung aller wichtigen Klinikstationen, insbesondere der Notaufnahmen, Geburtenstation und Kinderintensivstation
Erhalt und Weiterentwicklung der Kreisaltenheime in Grabenstätt, Trostberg und Palling
Ausbau von Pflegestützpunkt, Kurzzeitpflege und Quartiersmanagement
Inklusion von Menschen mit Erkrankung und Handicap konsequent fördern
Gleichstellung zwischen den Geschlechtern ist ein Menschenrecht – und der Schlüssel zu einer gerechten Gesellschaft. Trotz großer Fortschritte sind Frauen noch immer strukturell benachteiligt: Sie leisten mehr unbezahlte Carearbeit, verdienen weniger, erleben häufiger sexuelle Belästigung oder häusliche Gewalt. Diese Ungleichheit schadet nicht nur den Betroffenen, sondern auch unserem gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftlichen Fortschritt.
Leitsatz: „Von einer gleichberechtigten Gesellschaft profitieren wir alle!“
Frauen tragen den Großteil der Sorgearbeit – ob in der Familie, in der Pflege oder im Ehrenamt. Ohne sie würde unser Alltag nicht funktionieren, doch ihre Arbeit wird zu oft als selbstverständlich hingenommen. Diese Schieflage müssen wir korrigieren: Männer müssen mehr Verantwortung übernehmen, und die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, die Carearbeit fair verteilen. Dazu gehören ausreichend Kinderbetreuungs- und Pflegeplätze sowie flexible Arbeitszeitmodelle, die echte Wahlfreiheit ermöglichen.
Ein weiterer zentraler Punkt ist die wirtschaftliche Gleichstellung. Noch immer verdienen Frauen im Schnitt deutlich weniger als Männer. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit darf keine Forderung bleiben, sondern muss Realität werden. Der Landkreis mit seinen Gesellschaften muss hier eine Vorbildwirkung haben.
Besonders entschieden treten wir der alltäglichen Gewalt gegen Frauen entgegen. Sexistische Belästigung, Übergriffe und häusliche Gewalt sind bittere Realität – auch hier bei uns. Wir fordern, dass Täter konsequent zur Rechenschaft gezogen werden, und setzen uns für den Ausbau von Frauenhäusern, Schutzwohnungen und Beratungsstellen ein. Jede Frau, die Hilfe braucht, muss sie schnell, anonym und kostenlos erhalten können.
Ungleichheit hat auch gesundheitliche Folgen: Frauen leiden häufiger an Stress, Burnout oder Depressionen, verursacht durch Mehrfachbelastung und gesellschaftlichen Druck. Wir wollen deshalb gezielte Präventionsangebote, Aufklärung und Unterstützung im Gesundheitswesen stärken.
Gleichstellung beginnt im Alltag – in Familien, Schulen, Betrieben und Verwaltungen. Der Landkreis soll mit gutem Beispiel vorangehen, Diskriminierung abbauen und Gleichstellung aktiv fördern.
Dafür setzen wir uns ein:
Gerechte Verteilung von Carearbeit zwischen Frauen und Männern – mit Ausbau von Betreuungs- und Pflegeplätzen
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – Landkreis als Vorbild
Null Toleranz bei sexistischer Belästigung und häuslicher Gewalt
Kostenlose Periodenprodukte in Schulen und öffentlichen Einrichtungen
Ausbau von Frauenhäusern, Schutzwohnungen und Beratungsstellen
Einrichtung einer Gleichstellungsstelle für die Förderung von Chancengleichheit
Der Landkreis Traunstein war schon immer vielfältig. Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion und Kultur haben hier zusammengelebt, gearbeitet und den Wohlstand unserer Region mit aufgebaut. Viele Geflüchtete nach dem Zweiten Weltkrieg, zahlreiche Aussiedler und in den letzten Jahrzehnten Zugewanderte sind Teil dieser gemeinsamen Erfolgsgeschichte. Vielfalt prägt unseren Landkreis – und das ist eine Stärke.
Doch wo Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, entstehen auch Spannungen. Unterschiedliche Lebensweisen oder kulturelle Gepflogenheiten können zu Missverständnissen führen – am Arbeitsplatz, in der Schule, in der Nachbarschaft. Wir stehen für Dialog statt Spaltung, für Respekt statt Angst. Demokratiefeindliche und diskriminierende Haltungen haben in unserem Landkreis keinen Platz.
Leitsatz: „Vielfalt macht uns stärker – Menschlichkeit ist unsere Antwort.“
Als Sozialdemokraten wissen wir: Niemand flieht freiwillig. Krieg, Verfolgung, Armut oder Perspektivlosigkeit zwingen Menschen, sich eine neue Heimat zu suchen. Auch viele Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten mussten in unserer Geschichte selbst Flucht und Vertreibung erleben. Darum stehen wir für einen menschlichen, aber realistischen Umgang mit Migration.
Ein realistischer Umgang bedeutet auch, anzuerkennen, dass die Aufnahmekapazitäten des Landkreises begrenzt sind. Trotzdem gilt: Wer zu uns kommt, hat Anspruch auf Würde und faire Behandlung. Wir setzen uns dafür ein, dass Geflüchtete menschenwürdig untergebracht werden – ohne die Nutzung von Turnhallen. Auf Landes- und Bundesebene fordern wir zusätzliche Mittel, um die Kommunen zu entlasten und Integration langfristig zu sichern.
Integration gelingt nur, wenn Menschen schnell Zugang zu Sprache, Bildung und Arbeit erhalten. Wer hier lebt, soll sich beteiligen und eigenständig für seinen Lebensunterhalt sorgen können. Deshalb müssen bürokratische Hürden zur Arbeitsaufnahme abgebaut und Sprachkurse flächendeckend gefördert werden. Arbeit ist der Schlüssel zu gelungener Integration – für Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe.
Rechtsextreme Kräfte versuchen immer wieder, das Thema Migration zu instrumentalisieren und Menschen gegeneinander auszuspielen. Dem treten wir entschieden entgegen. Hass und Hetze haben im Landkreis Traunstein keinen Platz – wir stehen für Zusammenhalt, Vielfalt und Demokratie.
Dafür setzen wir uns ein:
Die Leistung von Menschen mit Migrationsgeschichte anerkennen
Ein respektvolles Miteinander, das Vielfalt als Stärke begreift
Schnelle Integration in Bildung, Arbeit und Gesellschaft
Keine Toleranz für antidemokratische, rassistische oder menschenfeindliche Haltungen
Der Landkreis Traunstein ist mit seiner einzigartigen Landschaft ein Geschenk. Zwischen Bergen, Seen und Flüssen leben Menschen, die wissen, was Heimat bedeutet – und dass sie geschützt werden muss. Der Landkreis ist nicht nur ein Zuhause, sondern auch ein beliebtes Reiseziel. Tourismus schafft Wertschöpfung und Arbeitsplätze, doch er darf nicht zur Belastung für Natur und Lebensqualität werden. Unser Ziel ist klar: Wirtschaft, Tourismus und Naturschutz müssen im Einklang stehen.
Leitsatz: „Unsere Heimat ist keine Ware – Natur schützen, Zukunft sichern.“
Die Schönheit unserer Region ist keine Selbstverständlichkeit. Chiemsee, Waginger und Tachinger See, Alz und Traun prägen das Gesicht des Landkreises – sie sind Erholungsraum, Lebensgrundlage und Wirtschaftsfaktor zugleich. Diese wertvollen Landschaften zu erhalten, ist unsere Verantwortung gegenüber kommenden Generationen.
Deshalb darf der Ausbau von Infrastruktur, Wohnungsbau oder Energieversorgung niemals auf Kosten der schützenswerten Natur erfolgen. Nachhaltige Entwicklung bedeutet, sorgsam mit den vorhandenen Flächen und Ressourcen umzugehen.
Unser Wasser ist von hervorragender Qualität – und das soll so bleiben. Trinkwasser ist kein Wirtschaftsgut, sondern Teil der Daseinsvorsorge. Es muss für alle Menschen zugänglich und bezahlbar bleiben. Zweckentfremdung, übermäßige Entnahme oder gewerbliche Ausbeutung von Tiefengrundwasser über die Wasserneubildung hinaus lehnen wir ab. Wasser gehört in öffentliche Hand und darf nicht zum Spekulationsobjekt werden.
Der Klimawandel ist längst auch im Chiemgau spürbar: Trockenphasen, Starkregen, Hitzewellen. Sie bedrohen unsere Landwirtschaft, unsere Wälder und die Gesundheit der Menschen. Wir müssen jetzt handeln – mit konkreten Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Reduktion von Emissionen. Klimaschutz darf kein Lippenbekenntnis bleiben, sondern muss in jedem kommunalen Beschluss mitgedacht werden.
Wir wollen einen sanften, nachhaltigen Tourismus fördern, der unsere Natur respektiert. Flächenversiegelung muss gestoppt, Biodiversität aktiv gestärkt werden. Ein Netto-Null-Flächenverbrauch ist unser Ziel: Wo gebaut wird, muss an anderer Stelle entsiegelt werden. Unsere Moore müssen renaturiert, Wälder klimaangepasst und Gewässer besser geschützt werden.
Auch die kommunalen Körperschaften im Landkreis tragen Verantwortung. Sie müssen bis 2035 klimaneutral wirtschaften – durch Energieeffizienz, nachhaltige Beschaffung und den Ausbau erneuerbarer Energien.
Dafür setzten wir uns ein:
Sanften, naturnahen und nachhaltigen Tourismus
Netto-Null-Flächenverbrauch – Entsiegelung statt Zubetonierung
Renaturierung von Mooren und Schutz naturnaher Gewässer
Nachhaltigen Umgang mit Tiefengrundwasser und Trinkwasserschutz
Aufwertung von Brachflächen und Förderung der Biodiversität
Regenrückhaltung durch Schwammstadt-Konzepte
Anpassung der Forstwirtschaft an den Klimawandel
Klimaneutralität aller Landkreiseinrichtungen bis 2035
Der Landkreis Traunstein ist Lebensraum, Wirtschaftsstandort und Urlaubsregion zugleich. Damit er auch in Zukunft lebenswert, wettbewerbsfähig und klimafreundlich bleibt, braucht es eine moderne, nachhaltige und gut vernetzte Mobilität. Wir wollen, dass alle Menschen – ob Pendler, Schüler, Seniorinnen oder Besucher – sicher, einfach und flexibel unterwegs sein können. Mobilität darf kein Luxus sein, sondern ist für uns ein Bürgerrecht. Jeder Mensch im Landkreis Traunstein soll mobil sein können – unabhängig vom Besitz eines eigenen Autos, vom Einkommen oder von körperlichen Voraussetzungen.
Leitsatz: „Mobilität für alle – nachhaltig, bezahlbar, verlässlich.“
Mobilität endet nicht an der Landkreisgrenze. Der Alltag vieler Menschen macht deutlich, dass Verkehrs- und Pendlerströme längst überregional verlaufen. Darum braucht es eine enge Abstimmung mit den Nachbarlandkreisen Rosenheim, Altötting, Mühldorf und dem Berchtesgadener Land. Nur gemeinsam können attraktive Verkehrsangebote für Berufstätige, Schüler, Studierende und Touristen entstehen. Ein modernes Mobilitätskonzept denkt Bus, Bahn, Rad, Auto und Fußverkehr zusammen – statt sie gegeneinander auszuspielen.
Der steigende Mobilitätsbedarf zeigt sich bereits heute durch Staus, überlastete Straßen und fehlende Parkplätze. Die Antwort darauf kann nicht mehr Asphalt sein, sondern ein starker, verlässlicher öffentlicher Nahverkehr. Wir wollen den ÖPNV so ausbauen, dass er eine echte Alternative zum Auto wird – mit dichteren Taktungen, einem einfachen Tarifsystem und einer guten Vernetzung zwischen Bus, Bahn und individuellen Mobilitätsangeboten.
Gerade im ländlichen Raum müssen neue, flexible Lösungen geschaffen werden: Rufbusse, On-Demand-Angebote, CarSharing-Modelle und intelligente Mobilitätsplattformen. So wird Mobilität auch dort gesichert, wo Linienbusse bisher selten verkehren. Gleichzeitig müssen Rad- und Fußwege deutlich gestärkt werden. Mehr Sicherheit, mehr Komfort und durchgängige Verbindungen zwischen Gemeinden sind Voraussetzung, damit das Fahrrad zum echten Alltagsverkehrsmittel wird. Auch der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge gehört zu einer zukunftsorientierten Verkehrspolitik. Wir wollen eine Mobilität, die leise, sauber und klimaschonend ist – und dabei alle Verkehrsteilnehmer einbezieht. Bahnstationen entlang der Strecke München–Salzburg müssen modernisiert, barrierefrei gestaltet und funktional saniert werden.
Dafür setzen wir uns ein:
Ein vernetztes Mobilitätskonzept mit abgestimmtem ÖPNV, Rufbussen, Güter- und Individualverkehr – auch über Landkreisgrenzen hinweg
Eine zentrale Buchungs- und Informationsplattform zur Unterstützung von CarSharing in Gemeinden und an Bahnhöfen
Ausbau der Radinfrastruktur zwischen Gemeinden, entlang von Kreisstraßen und wichtigen Berufs- und Schulrouten
Mehr sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an ÖPNV-Knotenpunkten
Aufbau eines landkreisweiten Rufbusssystems für verkehrsschwache Regionen
Ausbau der Zugverbindungen im Landkreis – höhere Taktung und Kapazität
Anschluss an MVV und SVV für eine bessere Vernetzung zwischen München und Salzburg
Attraktive Ladeinfrastruktur zur Förderung der Elektromobilität
Vereinfachung von Tarif- und Buchungssystem im ÖPNV
Barrierefreiheit im gesamten ÖPNV
Nachhaltige Sanierung der Bahnhöfe entlang der Strecke München–Salzburg
Ehrenamt: Die wichtigste Säule unserer Gesellschaft
Das Ehrenamt ist Herz und Rückgrat unseres sozialen Miteinanders. Es steht für Solidarität, Gemeinsinn und Verantwortung füreinander – Werte, die unsere Gesellschaft tragen. Im Landkreis Traunstein engagieren sich unzählige Menschen in Vereinen, Initiativen, Feuerwehren oder sozialen Organisationen. Sie alle leisten tagtäglich Großes, oft im Stillen. Diese Vielfalt des Engagements spiegelt die Vielfalt unseres Landkreises wider – und sie verdient aktive Unterstützung, moderne Strukturen und echte Wertschätzung.
Leitsatz: „Die Wertschätzung des Ehrenamts ist die Wertschätzung unserer Demokratie.“
Ehrenamt ist mehr als Freizeitgestaltung. Es ist die Keimzelle der Demokratie – weil es Menschen zusammenbringt, Verantwortung stärkt und Beteiligung ermöglicht. Wo Menschen gemeinsam handeln, wird Demokratie lebendig. Wir wollen, dass Ehrenamtliche die besten Rahmenbedingungen vorfinden: weniger Bürokratie, mehr Anerkennung, bessere Förderung. Dazu gehört auch, hauptamtliche Strukturen zur Unterstützung von Vereinen zu stärken – etwa durch Servicestellen im Landratsamt oder gezielte Förderprogramme.
Demokratie schützen und fördern
Unsere Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – sie lebt vom Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Gerade in Zeiten, in denen Hetze, Hass und antidemokratische Haltungen zunehmen, müssen wir als Gesellschaft Haltung zeigen. Demokratie braucht Verteidigerinnen und Verteidiger – auch auf kommunaler Ebene.
Wir wollen, dass der Landkreis Traunstein ein Bollwerk der Demokratie bleibt. Darum setzen wir uns für Projekte ein, die demokratische Bildung, Toleranz und den respektvollen Dialog fördern. Erinnerungsarbeit und politische Bildung sind für uns dabei keine historischen Pflichten, sondern zentrale Aufgaben der Gegenwart. Sie schaffen Bewusstsein und stärken die Fähigkeit, kritisch zu denken und sich für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit einzusetzen.
Besonders junge Menschen müssen früh erfahren, wie wertvoll Demokratie ist. Deshalb wollen wir die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Vereinen, Initiativen und kulturellen Einrichtungen ausbauen – damit Demokratie nicht nur gelernt, sondern gelebt wird.
Kultur ist Ausdruck von Freiheit und Vielfalt – sie verbindet Menschen über Generationen, Sprachen und Herkunft hinweg. Ein starkes kulturelles Leben im Landkreis ist daher auch gelebte Demokratie. Wir unterstützen kulturelle Initiativen, die Teilhabe ermöglichen, kreative Räume schaffen und die Vielfalt des Chiemgaus sichtbar machen.