Sepp Konhäuser: Ich kandidiere für den Landrat

Landratskandidat Sepp Kohnhäuser

Von meinen 65 Lebensjahren gehöre ich 48 Jahre der SPD an und habe in dieser Zeit so ziemlich alle kommunalpolitischen Ämter ausgefüllt, die zu vergeben sind. 30 Jahre bin ich im Gemeinderat von Ruhpolding tätig, davon viele Jahre als Fraktionssprecher der SPD und in fast allen Ausschüssen. Seit 1996 bin ich Mitglied im Kreistag und war auch dort Fraktionssprecher. In dieses Jahr fällt darüber hinaus meine erste Kandidatur zum Landrat. Nachdem ich 2002 ein zweites Mal kandidiert hatte, übernahm ich im Landkreis das Amt eines stellvertretenden Landrats. Seit 2008 bin ich erster Stellvertreter. Diese vielfältigen Erfahrungen sind ausschlaggebend dafür, dass ich noch einmal als Kandidat für den Landrat und Kreistag bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 antreten werde.

Ich will damit auch der SPD zu einem guten Ergebnis im Kreistag verhelfen. Die SPD hat dort sehr gute Arbeit geleistet, vernünftige Vorhaben unterstützt und Fehlentscheidungen verhindert. Ein Beispiel dafür war der Versuch des Verkaufs der landkreiseigenen Wohnungsbaugesellschaft, der nur durch energischen Widerstand der SPD-Kreistagsfraktion unterbunden wurde. Jetzt sind im Kreistag alle froh, dass es diese Gesellschaft noch gibt. Sie soll in Zukunft weitere bezahlbare Wohnungen errichten und die Gemeinden innerhalb des neu gegründeten Zweckverbandes Heimat Chiemgau unterstützen, selbst bezahlbaren alters- und behindertengerechten Wohnraum zu erstellen.

Es gibt einige Themen der Kreispolitik, die für mich besonders wichtig sind. Dazu gehört zum Beispiel, die Bildungsangebote zu verbessern. Ein Baustein dafür ist der „Campus Berufliche Bildung Chiemgau“. Mit ihm wird die berufliche Bildung einen ganz neuen Stellenwert im Landkreis bekommen. In der Gesundheitspolitik ist es eine ganz wesentliche Zielsetzung, die Kreiskliniken der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land in kommunaler Trägerschaft zu halten. Es ist zwar gelungen, die Defizite der Krankenhäuser weitgehend abzubauen. Von der Seite der Gesetzgebung gibt es aber Bestrebungen, kleinere Einheiten eher zu schließen. Für ländliche Gebiete mit ihren großen Entfernungen ist das keine gute Entwicklung. Diesem Zeitgeist muss man sich entgegenstellen.

Der öffentliche Personennahverkehr wird sich im Hinblick auf die Klimadebatte zu einem sehr wichtigen Thema entwickeln wobei die Nachbarlandkreise mit einzubeziehen sind. Man muss im Fahrplan einen flächendeckenden Stundentakt anstreben. Bei den Fahrpreisen könnte man sich am „Wiener Modell“ orientieren: 1 Euro pro Tag für das Jahresticket, dazu Monats- und Tageskarten und Ermäßigungen für Kinder und Jugendliche.

Der Landkreis unterstützt den Tourismus pro Jahr mit einer Million €. Zusammen mit den Beiträgen von Gemeinden und privaten Geldgebern kommt man auf einen Etat von fast zwei Millionen € als Fördermittel, die sich auch auszahlen und dem Chiemgau in verschiedenen Rankings zu Spitzenplätzen verhelfen. Diese Erfolge müssen gesichert und ausgebaut werden. Es geht dabei hauptsächlich um gute Rahmenbedingungen für die Tourismusbetriebe.

Eine ganz zentrale Aufgabe für den Landkreis ist die Sozialpolitik. Die Unterstützung von Kindern und Familien sowie die Förderung von Jugendlichen gehören dazu ebenso wie die Integration von Menschen mit Behinderung. Seniorinnen und Senioren sollten so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben können. Wo das nicht mehr möglich ist, können Kurzzeit- und Tagespflegeplätze wie auch alternative Wohnmodelle helfen. Davon ist einiges bereits in die Wege geleitet. Der Landkreis betreibt darüber hinaus drei eigene Seniorenheime. Mit der Einrichtung eines Pflegestützpunktes im Landratsamt hat der Landkreis eine lange Forderung der SPD-Kreistagsfraktion erfüllt und einen wichtigen Schritt zu einer besseren Beratung und Betreuung der Betroffenen gemacht.

Energie und CO2 einsparen sowie erneuerbare Energien ausbauen ist für uns eine öffentliche Aufgabe und Teil der Daseinsvorsorge. Seit 2018 wird der Strom im Landkreis für alle privaten, öffentlichen und gewerblichen Verbraucher (außer der Industrie) zu 100% aus erneuerbaren Energien erzeugt. Durch Energiesparen und Effizienzsteigerung muss der Verbrauch von Strom und Wärme in den nächsten 10-15 Jahren um zwanzig bis dreißig Prozent sinken. Im Vordergrund stehen die erneuerbaren Energien, die das Prinzip der Nachhaltigkeit erfüllen. Dazu gehört auch die Förderung des Fahrrads als Verkehrsmittel: E-Bikes, Fahrrad-Leasing, Mitarbeitermotivation. Der Landkreis Traunstein muss in Zukunft alle Möglichkeiten nutzen, um klimaschädliches CO2 einzusparen.

Ich bin verheiratet, habe zwei Töchter und vier Enkelkinder, bin von Beruf Maschinenbautechniker und war bis vor drei Jahren als Sicherheitsingenieur und Umweltschutzbeauftragter in einem großen Unternehmen in Traunreut tätig. Als ehemals Verantwortlicher für viele Mitarbeiter sowie aus meinen früheren Tätigkeiten als Jugendvertreter und Betriebsrat weiß ich, wie wichtig sichere Arbeitsplätze sind. Für mich sind Arbeitsplätze das zentrale Element der sozialen Absicherung für Bürgerinnen und Bürger. Die heimischen Betriebe müssen im Wettbewerb bestehen können, damit weiterhin genügend Arbeit im Landkreis angeboten werden kann. Die Infrastruktur muss dafür ständig weiter verbessert werden, vor allem der Vollausbau eines flächendeckenden schnellen Internets.

Zusammen mit meiner Frau Ursula bin Ich gern unterwegs und habe fast alle Kontinente bereist. Aber je weiter ich in der Welt herumgekommen bin, desto mehr ist mir bewusst, wie schön es bei uns im Chiemgau ist. Als begeisterter Skifahrer und Mountainbiker bin ich oft auf den Bergen der Region zu finden. Aber auch Tennis spiele ich seit mehreren Jahrzehnten.

Rund um den Absturz eines Kometen im Chiemgau dreht sich ein weiteres Hobby von mir. Seit der Gründung 2004 bin ich Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins »Chiemgau Impakt«. Zusammen mit internationalen und deutschen Experten erforschen wir einen Kometeneinschlag von vor ca.2500 Jahren.